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Seit Jahren fährt im
Frühling eine kleine Gruppe Schweizer Hornusser nach Münnerstadt
ins Trainingslager. Während dieser Trainingswoche steht nebst
dem Hornussen vor allem die Pflege der Kameradschaft zuoberst auf
dem Programm.
Münnerstadt oder "Mürscht", wie
die ca. 5000 Einwohner ihr Städtchen liebevoll nennen, liegt
im Freistaat Bayern nordöstlich von Würzburg. In die-
sem Städtchen ist das Hornussen genauso bekannt wie in der
ca. 550 Kilometer entfernten Schweizer hauptstadt Bern. Das kommt
daher, weil am 2. dezember 1991 die Hornussergesellschaft 1991 Münnerstadt
e.V. gegründet wurde. Die Euphorie war groß. Es fanden
sich gleich zu Beginn 29 junge Leute, die sich die Pflege des eidgenössischen
Volkssportes Hornussen zum Ziel gesetzt hatten. Ihr Handicap war
einfach, dass sie nicht genau wussten, wie das Hornussen richtig
gespielt wird.
Geburtsstunde des Trainingslagers
So begaben sich 1992 zwei TK- und ein PK-Mitglied, vollbeladen mit
Spielmaterial auf die Reise ins Frankenland und führten die
hornusserbegeisterten deutschen Leute während vier Tagen ins
ABC des Hornussens ein. Ein Jahr danach wagten sich wiederum vier
Personen, unter anderem zwei PK- und ein ZV-Mitglied, für eine
Woche nach Münnerstadt und versuchten die Technik der Mürschter
Hornusser zu verfeinern. Ab diesem Zeitpunkt fand jährlich
ein Trainingslager in Mürscht statt. Es waren nie mehr als
acht Personen und immer TK-, PK- und ZV-Mitglieder dabei. Die Grundidee
war immer, den Münnerstädter Kameraden das Hornussen näherzubringen
und sie in ihrer Technik zu verbessern. Mittlerweile hat sich die
erste Euphorie bei den Münnerstädtern gelegt und es sind
nur noch einzelne, die diese Trainingsgelegenheit nutzen.
Hornussen trotz Wetterpech
Deshalb hat sich das Training auch ein bisschen verändert.
Es sind nicht mehr die Deutschen, die während einer Woche versuchen
ihre Technik zu verfeinern, sondern die Schweizer.
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Heuer zum Beispiel waren es nur noch zwei Mürschter
Hornusser, die sich für kurze Zeit im Schlagen übten.
Total waren es fünf Personen, die den Weg zum Spielfeld fanden.
Es gilt allerdings zu erwähnen, dass uns das Wetter während
dieser trainingswoche übel mitspielte. Am Montag herrschte
sehr starker Wind und bittere Kälte. Der Dienstag war bewölkt
bei angenehmen Temperaturen. Mittwoch, Donnerstag und Freitag waren
verregnet, und zwischendurch gab es noch ein bisschen Schnee. Diese
misslichen Wetterverhältnisse hinderten die Schweizer Equipe
jedoch nicht daran, jeden Tag mit Stecken und Schindel zu üben.Ab
Dienstag wurden sogar Videoaufnahmen gemacht, damit man allfällige
Fehler besser erkennen konnte. Nach Trainingsschluss, ca. 17 Uhr,
ging es zurück ins Hotel Winkelmann, das übrigens seit
1992 immer gebucht wird. Gemeinsam wurden die Videoaufnahmen jedes
einzelnen genau analysiert. Am nächsten tag versuchte jeder,
auf dem Spielfeld seine Fehler auszumerzen, natürlich unter
dem kritischen Auge der Videokamera, die am Abend dann das Geheimnis
lüftete, ob man die Fehler beheben konnte. Manchmal werden
auch versuche mit neuen Spielgeräten gemacht oderes wird versucht
eine neue Setztechnik zu entwickeln. Das Abtun kommt natürlich
auch nicht zu kurz. Unter den Spielern wird stetig zwischen Abtun
und Schlagen rotiert.
Kameradschaft steht im
Vordergrund
Das ganze Trainingslager ist auf Kameradschaft Freude und Spass
aufgebaut. Es herrscht nie Leistu8ngsdruck und es geht nicht darum,
Preise zu gewinnen und den ersten Platz zu erobern. Ehrsüchtige
Egozentriker mit dem Hang zur Eigenbrötlerei wären in
dieser Schweizer Equipe fehl am Platz. Dank der Teilnahme verschiedener
Kommissionsmitglieder entstehen am Abend auch sehr interessante
Gespräche. Dadurch konnten bereits viele Unklarheiten beseitigt
und Missverständnisse aus der Welt geschafft werden. Man diskutiert
aktuelle Geschehnisse und versucht, diese zu analysieren. Oft entstehen
auch Gespräche, im legendären "Bundtschu". Den
Bundtschu, mit vielen Hornusserutensilien bespickt, kennt wahrscheinlich
jeder Schweizer hornusser. Es ist die "Beiz" von Matthias
Wiessner,
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| Der Beweis:Hornusser sind auch regenfest! |
dem Präsidenten der Hornussergesellschaft
Münnerstadt. Matthias ist auch derjenige, der mit seinen Vorstandskameraden
die Hornussergesellschaft noch zusammenhält. Er ist der Motor
dieser Gesellschaft, die zur Zeit ca. 150 mitglieder aufweist.
Aktivhornusser gesucht
Von den 150 Mitgliedern betätigen sich leider nur gerade zehn
Personen als aktive Hornusser. Matthias versucht immer wieder, mit
neuen Ideen Spieler zu gewinnen. Doch denmeisten ist der beruf,
die Familie und die Freizeitgestaltung die Blockade, um das Hornussen
aktiv zu betreiben. Die Förderung der Junghornusser ist für
Matthias sehr wichtig. Er versucht immer und immer wieder, junge
Spieler ein- und aufzubauen. Der erste Erfolg hatte sich bereits
am Eidg. fest in Frauenfeld eingestellt, als Florian Henneberger,
ein ehemaliger Junghornusser, nur ganz knapp den Silberkranz verfehlte.
es gäbe noch einige Jünglinge wie Florian, doch sie haben
nach der Schule Münnerstadt verlassen oder andere Hobbys gefunden.
Es bleibt zu hoffen, dass Matthias Wiessner, Präsident seit
der ersten Stunde, dieses Amt noch lange innehaben wird und wir
dadurch noch einige Zeit das Trainingslager aufrechterhalten können.
Die Schweizer Trainingsgruppe möchte an dieser stelle allen
münnerstädter Hornussern für die freundliche Begenung
und den wunderschönen Abend bei Joachim Buckel von ganzem herzen
danken.
Daniel Müller
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