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Rund 460 Schweizer Gäste, das Problem der Unterbringung,
ein großes Festzelt, Organisation des Essens - wir hatten
ganz schön Bammel vor dem zweiten Hornusserfest nach 1993.
In zahlreichen Sitzungen wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren
die Vorbereitungen getroffen. Vor allem die Unterbringung der Gäste
war problematisch. So buchten wir sämtliche Hotelbetten in
Münnerstadt und der näheren Umgebung, in der Dreifachturnhalle
wurde zudem ein Massenlager eingerichtet. Das größte
Fragezeichen stand jedoch hinter der Anzahl der Helfer. Listen wurden
erstellt und in Frage kommende Mitglieder und auch Nichtmitglieder
von uns angesprochen. Nur, reicht es für die Durchführung
des viertägigen Festes aus?
Nachdem das Zelt aufgebaut, die Einrichtung am richtigen
Platz aufgestellt und das Zelt geschmückt war, ließ die
Spannung nach: die Vorbereitungen waren abgeschlossen, das Bier
konnte gezapft werden. Trotz der langen Anreise zeigten die Schweizer
Gäste am ersten Abend keine Zeichen von Müdigkeit. Nach
dem Essen wurde Bänke und Tische zu Tanzflächen und die
20 Meter lange Bar erwies sich als keinesfalls zu groß. Im
Nachhinein trat bereits am ersten Tag (bzw. in der ersten Nacht)
ein Fehler in der Organisation auf. Durch ihr Durchhaltevermögen
sorgten die Schweizer Gäste dafür, daß die Nachtwache
unverrichteter Dinge den Nachhauseweg antreten konnte. So saßen
die ersten Gäste bereits am Frühstückstisch, während
die letzten gerade ihren Schlaftrunk zu sich nahmen.
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Am Samstag früh um 9.30 Uhr begannen wir (wie
in der Schweiz üblich) mit einem Böllerschuß die
ersten Wettspiele. So mancher Aktive hatte noch ob der langen Nacht
Probleme mit sich und seinem Spielgerät. Fünf Riese hatten
wir ausgesteckt, auf Vieren wurden die Wettkämpfe ausgetragen,
das fünfte blieb dem Hornussen für Jedermann vorbehalten.
Hier konnten Zuschauer und Gäste ihre ersten Erfahrungen mit
Hornuss und Stecken sammeln. An Bockstand Nummero 6 war das Geschwindigkeitshornussen
angesagt. Mit einem elektronischem Gerät wurde die Abschlaggeschwindigkeit
eines Hornuss gemessen. Die drei schnellsten Streiche zusammenaddiert,
hatten als 1. Preis ein Wochenende in Münnerstadt. Gerade diese
Disziplin fand hervorragenden Zuspruch bei unseren schweizer Gästen.
Die 15 geladenen Gesellschaften kamen aus allen
Unterverbänden des EHV. Von Genf bis Graubünden, vom Emmental
bis Schaffhausen waren Mannschaften aus allen acht Stärkeklassen
vertreten. Das bedeutet, daß hier der Sport mit allen Facetten,
vom Spiel bis zum Leistungssport, zu sehen war. Als 16. Team trat
eine kombinierte Mannschaft an, die aus Spielern von zehn unterschiedlichen
Mannschaften zusammengewürfelt war, die enge Beziehungen zu
Münnerstadt pflegen. Die außergewöhnliche Vorgabe
von uns, daß jede Mannschaft mindestens zwei Junghornusser
zu stellen hatte, wurde durchwegs positiv aufgenommen.
Bevor am Samstag abend die Rangverkündigung
der Einzelschläger stattfand, wurde uns ein neuer, von allen
Teilnehmern gespendeter Bock, mit allem Drum und Dran übergeben.
Wir hoffen, daß sich das neue Material auf die Schlagleistungen
bemerkbar macht.
Recht müde (Gründe siehe oben) traten die
acht besten Mannschaften am Sonntag früh zum Finale an. Siegessicher
präsentierte sich an diesem Tag das Team von Oberwil.
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Mit der Aufschrift "1. Deutscher Meister von
1993" nahmen sie ihre Stecken in die Hand. Sie behielten recht.
Mit Null Nummero setzten sie sich gegen .. durch und können
ihr T-Shirt durch eine weitere Aufschrift - 1. und einziger Deutscher
Meister - ergänzen.
Nach dem Mittagessen und der Rangverkündigung
schloß sich ein großer Festzug durch die Altstadt an.
Über 30 Vereine, Musikkapellen und natürlich alle am Fest
teilnehmenden Hornussergesellschaften, teilweise in historischen
Trachten, marschierten in Richtung Festzelt, wo die Veranstaltung
für die meisten HG's ausklang.
Obwohl uns das Fest viel Arbeit und kurze Nächte
beschert hat, waren wir mit der Veranstaltung vollauf zufrieden.
Dies vor allem deshalb, da wir mit viel Lob von allen Seiten überschüttet
wurden. Ein Ansporn für uns, solch eine Veranstaltung in Münnerstadt
wieder durchzuführen. Aber auch die Sanitäter werden diese
Veranstaltung wohl nicht vergessen, da aus verschiedenen Gründen
des öfteren Erste Hilfe geleistet werden mußte. Manch
einer mußte sogar mit Turban ins Ries oder hatte seinen Arm
in der Schlinge. Beim nächsten Fest wird ein Rettungshubschrauber
bereit stehen. Für alle Festgeschädigten im Nachhinein
gute Besserung und der Wunsch auf ein Wiedersehen beim nächsten
Anlaß in Münnerstadt. Ein besonderes Dankeschön
gilt unserem Obmann Uli Götschi, der die Vorbereitungen in
der Schweiz und den ganzen Spielbetrieb in vorbildlicher Weise organisierte.
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