Presseberichte

 
Rückblick auf das 2. Hornusserfest 1998 in Münnerstadt
 

Rund 460 Schweizer Gäste, das Problem der Unterbringung, ein großes Festzelt, Organisation des Essens - wir hatten ganz schön Bammel vor dem zweiten Hornusserfest nach 1993. In zahlreichen Sitzungen wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren die Vorbereitungen getroffen. Vor allem die Unterbringung der Gäste war problematisch. So buchten wir sämtliche Hotelbetten in Münnerstadt und der näheren Umgebung, in der Dreifachturnhalle wurde zudem ein Massenlager eingerichtet. Das größte Fragezeichen stand jedoch hinter der Anzahl der Helfer. Listen wurden erstellt und in Frage kommende Mitglieder und auch Nichtmitglieder von uns angesprochen. Nur, reicht es für die Durchführung des viertägigen Festes aus?

Nachdem das Zelt aufgebaut, die Einrichtung am richtigen Platz aufgestellt und das Zelt geschmückt war, ließ die Spannung nach: die Vorbereitungen waren abgeschlossen, das Bier konnte gezapft werden. Trotz der langen Anreise zeigten die Schweizer Gäste am ersten Abend keine Zeichen von Müdigkeit. Nach dem Essen wurde Bänke und Tische zu Tanzflächen und die 20 Meter lange Bar erwies sich als keinesfalls zu groß. Im Nachhinein trat bereits am ersten Tag (bzw. in der ersten Nacht) ein Fehler in der Organisation auf. Durch ihr Durchhaltevermögen sorgten die Schweizer Gäste dafür, daß die Nachtwache unverrichteter Dinge den Nachhauseweg antreten konnte. So saßen die ersten Gäste bereits am Frühstückstisch, während die letzten gerade ihren Schlaftrunk zu sich nahmen.

HG Oberwil

Am Samstag früh um 9.30 Uhr begannen wir (wie in der Schweiz üblich) mit einem Böllerschuß die ersten Wettspiele. So mancher Aktive hatte noch ob der langen Nacht Probleme mit sich und seinem Spielgerät. Fünf Riese hatten wir ausgesteckt, auf Vieren wurden die Wettkämpfe ausgetragen, das fünfte blieb dem Hornussen für Jedermann vorbehalten. Hier konnten Zuschauer und Gäste ihre ersten Erfahrungen mit Hornuss und Stecken sammeln. An Bockstand Nummero 6 war das Geschwindigkeitshornussen angesagt. Mit einem elektronischem Gerät wurde die Abschlaggeschwindigkeit eines Hornuss gemessen. Die drei schnellsten Streiche zusammenaddiert, hatten als 1. Preis ein Wochenende in Münnerstadt. Gerade diese Disziplin fand hervorragenden Zuspruch bei unseren schweizer Gästen.

Die 15 geladenen Gesellschaften kamen aus allen Unterverbänden des EHV. Von Genf bis Graubünden, vom Emmental bis Schaffhausen waren Mannschaften aus allen acht Stärkeklassen vertreten. Das bedeutet, daß hier der Sport mit allen Facetten, vom Spiel bis zum Leistungssport, zu sehen war. Als 16. Team trat eine kombinierte Mannschaft an, die aus Spielern von zehn unterschiedlichen Mannschaften zusammengewürfelt war, die enge Beziehungen zu Münnerstadt pflegen. Die außergewöhnliche Vorgabe von uns, daß jede Mannschaft mindestens zwei Junghornusser zu stellen hatte, wurde durchwegs positiv aufgenommen.

Bevor am Samstag abend die Rangverkündigung der Einzelschläger stattfand, wurde uns ein neuer, von allen Teilnehmern gespendeter Bock, mit allem Drum und Dran übergeben. Wir hoffen, daß sich das neue Material auf die Schlagleistungen bemerkbar macht.

Recht müde (Gründe siehe oben) traten die acht besten Mannschaften am Sonntag früh zum Finale an. Siegessicher präsentierte sich an diesem Tag das Team von Oberwil.

Mit der Aufschrift "1. Deutscher Meister von 1993" nahmen sie ihre Stecken in die Hand. Sie behielten recht. Mit Null Nummero setzten sie sich gegen .. durch und können ihr T-Shirt durch eine weitere Aufschrift - 1. und einziger Deutscher Meister - ergänzen.

Präsidenten

Nach dem Mittagessen und der Rangverkündigung schloß sich ein großer Festzug durch die Altstadt an. Über 30 Vereine, Musikkapellen und natürlich alle am Fest teilnehmenden Hornussergesellschaften, teilweise in historischen Trachten, marschierten in Richtung Festzelt, wo die Veranstaltung für die meisten HG's ausklang.

Obwohl uns das Fest viel Arbeit und kurze Nächte beschert hat, waren wir mit der Veranstaltung vollauf zufrieden. Dies vor allem deshalb, da wir mit viel Lob von allen Seiten überschüttet wurden. Ein Ansporn für uns, solch eine Veranstaltung in Münnerstadt wieder durchzuführen. Aber auch die Sanitäter werden diese Veranstaltung wohl nicht vergessen, da aus verschiedenen Gründen des öfteren Erste Hilfe geleistet werden mußte. Manch einer mußte sogar mit Turban ins Ries oder hatte seinen Arm in der Schlinge. Beim nächsten Fest wird ein Rettungshubschrauber bereit stehen. Für alle Festgeschädigten im Nachhinein gute Besserung und der Wunsch auf ein Wiedersehen beim nächsten Anlaß in Münnerstadt. Ein besonderes Dankeschön gilt unserem Obmann Uli Götschi, der die Vorbereitungen in der Schweiz und den ganzen Spielbetrieb in vorbildlicher Weise organisierte.

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